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Boehm-Steppenzebra

Equus quagga boehmi


Weniger ist mehr

Ursprüngliche Säugetiere haben fünf Zehen. Das war auch bei den Pferdevorfahren so. Zur Anpassung an das schnelle Laufen bildeten sich immer mehr Zehen zurück - schließlich blieb nur noch die Mittlere stehen. Zebras laufen also auf einer Zehenspitze (wenig Ansatzfläche = wenig Widerstand = hohe Geschwindigkeit). Die extreme Belastung wird durch die hornigen Hufe abgefangen (perfekte Steppenläufer eben).

Exklusiver Anzug

Zebraarten unterscheiden sich im Streifenbild. Unsere Grantzebras haben schwarzweiße, kontrastreiche Streifen, andere Arten zeigen bräunliche Zwischenstreifen. Jedes Tier hat darüberhinaus eine individuelle Note - es gibt keine zwei exakt gleichgefärbten Zebras, das hilft den Tierpflegern beim Auseinanderhalten. Untereinander spielen Geruch und Stimme eine wesentlich größere Rolle. Auch die intensive gegenseitige Fellpflege stärkt den Zusammenhalt der Gruppe. Fremde Tuere werden teilweise gnadenlos vertrieben, manchmal sogar getötet.

Auf der Zebraanlage lassen sich verschiedene Bewegungsformen wie Schritt, Trab und Galopp verfolgen. Das Hochziehen der Oberlippe, besonders bei unserem Hengst oft zu sehen, dient einer besonders feinen Geruchsaufnahme, gerade in der Brunft.

Streifen gegen Stiche

Die Streifung der Zebras war den Naturforschern lange ein Rätsel, zumal alle anderen Wildpferde diese nicht zeigen. Die Insektenforschung hat jetzt gezeigt, dass Zebras kaum von der Tsetsefliege belästigt werden, was man auf die Streifen zurückführt. Vielleicht lassen sich über die Facettenaugen dieser krankheitsübertragenden Insekten gestreifte Tiere nur sehr schwer wahrnehmen. Ein Schutz - fast so gut wie eine Impfung. Gegen Löwen hilft diese Tarnung allerdings nicht.

Eckdaten

  • Einhufer laufen nur auf dem "Nagel" einer (der mittleren) Zehe - alle anderen sind zurückgebildet
  • Gestreifte Wildpferde gibt es nur südlich der Sahara - eine Tarnung gegenüber krankheitsübertragenden Insekten (Tsetsefliege)
  • Jedes Zebra hat sein Muster - wie ein Fingerabdruck
  • Ein Hengst führt eine Gruppe aus mehreren Weibchen an
  • Zebras zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten - Knabbern, Schmusen, aber auch heftige Käpfe zwischen den Hengsten und teilweise rabiate Paarungsgewohnheiten verdeutlichen dies
  • Die Tragezeit ist mit 12 Monaten sehr lang - die Jungen können sofort laufen (und flüchten)
  • Zebras sind typische Steppenbewohner - sehr schnell (60 km/h), ausdauernd und genügsam