Schneeziege



Oreamnos americanus

Verbreitung: Nordamerika: Rocky Mountains von Alaska bis Montana, Idaho, Oregon; in South Dakota eingeführt

Habitat: Felsgebirge über der Baumgrenze

Länge: Kopf-Rumpflänge 1,30-1,60 m; Schwanzlänge 15-20 cm

Die Schneeziege ist keine echte Ziege, sondern sie gehört zu den Gemsenartigen, ist also mit der Gemse verwandt. Sie ist die einzige Art ihrer Gattung. Diese prachtvollen Tiere leben oberhalb der Waldgrenze zwischen Felsen und auf Felshängen. Sie sind ausgezeichnet an ihr kaltes, unwirtliches Wohngebiet angepaßt. Sie haben ein Fell aus sehr dicker Unterwolle und langen, weißen Deckhaaren, die vor allem auf Hals und Schultern sehr gut entwickelt sind, so daß eine Art Höcker entsteht. Die Hufe bestehen aus einem weichen, schwammartigen Innenteil mit einem harten, scharfen Rand, was der Schneeziege auf Felsen und Eis sehr große Standfestigkeit gibt. Männchen wie Weibchen haben einen Spitzbart und schwarze, kegelförmige Hörner. Schneeziegen sind bedächtige, aber sehr geschickte Kletterer, die auf der Suche nach Gras, Riedgras und Flechten in schwindelerregenden Höhen und auf scheinbar unzugänglichen Felssimsen umherklettern. Sie knabbern auch an Blättern und an den jungen Zweigen von Bäumen und legen auf dem Weg zu Salzlecken ansehnliche Entfernungen zurück. Im Winter steigen sie in Gebiete hinab, in denen der Schnee noch nicht so hoch liegt, manchmal sogar bis zur Küste. Bei sehr schlechtem Wetter suchen sie unter überhängenden Felsblöcken oder in Höhlen Schutz. Wahrscheinlich sind Schneeziegen monogam. Nach einer Tragezeit von ca. 7 Monaten wirft das Weibchen im Frühling 1-2 Jungen, die bemerkenswert aktiv sind und schon eine halbe Stunde nach der Geburt zwischen den Felsen herumspringen.