Dromedar


Camelus dromedarius

Verbreitung: Nordafrika, Mittlerer Osten; in Australien eingeführt

Habitat: halbtrockenes und trockenes Grasland, Wüsten, Ebenen

Länge: Kopf-Rumpflänge 2,20-3,40 m; Schwanzlänge 50 cm

Das Dromedar oder Einhöckrige Kamel existiert heute nur noch in seiner domestizierten Form. Wahrscheinlich wurde das Tier schon 4000 v. Chr. zum Haustier. Früher lebte das Dromedar wahrscheinlich in Nordafrika und Arabien. Heute kennt man 2 Haupttypen: ein schwer gebautes langsames Lasttier und ein leichteres, zierliches und schnellfüßiges Reittier. Beide haben ein Fell aus kurzem, zottigem Haar. Scheitel, Nacken, Hals und Rumpf sind mit längerem Haar bedeckt. Dromedare ernähren sich von Gras und anderen Pflanzen. Selbst in Gebieten mit spärlicher Vegetation können sie überleben. Bestimmte Anpassungen ermöglichen es dem Dromedar, in warmen, trockenen Klima zu leben. Seine auffallendste Eigenschaft ist seine Fähigkeit, lange ohne Wasser auszukommen, in Verbindung mit der Möglichkeit, sehr viel Wasser im Körper zu speichern. Die wichtigste Anpassung ist jedoch der Rückenhöcker; er bietet Schutz vor der Sonne, indem er Wärme absorbiert, und enthält gleichzeitig Fettvorräte, die das Tier verbrennen kann, um Energie und Flüssigkeit zu erhalten. Zwar legt das Dromedar in seinem Höcker keinen Wasservorrat an, wie man früher glaubte, jedoch kann es dies in seinem Magen. Die Nieren resorbieren einen Großteil der Flüssigkeit, indem sie sehr konzentrierten Urin ausscheiden, und auch dem Kot kann vor der Ausscheidung Flüssigkeit entzogen werden. Die Körpertemperatur von Kamelen und Dromedaren sinkt nachts sehr stark ab, und tagsüber wird der Körper so langsam aufgewärmt, daß das Tier lange Zeit nicht zu schwitzen braucht, um seine Temperatur niedrig zu halten. Während Trockenperioden kann ein Kamel bis zu 27 Prozent seines Körpergewichts verlieren, ohne daß es Gefahr läuft zu verdursten. Wenn es 10 Minuten lang trinkt, hat es sich das verlorene Körpergewicht wieder angeeignet. Bei einem Experiment trank ein durstiges Kamel in wenigen Minuten 104 Liter Wasser. Die Weibchen bringen nur alle zwei Jahre ein Junges zur Welt. Nach einer Tragezeit von 365-440 Tagen zieht sich das Weibchen aus der Herde zurück, um das Junge zu gebären. Wenn das Fohlen nach einem Tag oder etwas länger laufen kann, kehrt die Mutter mit ihm zur Herde zurück. Obwohl das Fohlen ca. 1 Jahr lang gesäugt wird, beginnt es fast unmittelbar nach der Geburt, an Pflanzen zu knabbern, und im Alter von 2 Monaten ernährt es sich regelmäßig von Pflanzen. Mutter und Junges halten durch Rufe Kontakt zueinander; das Fohlen stößt ein klägliches Jammern aus, wenn es von seiner Mutter getrennt wird.